Wie alles begann

... es fuhren einmal zwei Freunde, Ricki und Theo, mit ihren 450er Hondas zum Elefantentreffen in die Eifel auf den Nürburgring. Als sie so abends am Lagerfeuer zusammen saßen und herrlich stärkende, wärmende Getränke zu sich nahmen, lernten sie einen Belgier kennen. 
Er erzählte ihnen von seinem Motorrad.

Aufgrund der verschiedenen Sprachen unterhielten sie sich mit Händen und Füßen und verstanden recht wenig. So war es zum Verständnis erforderlich zum Motorrad des Belgiers zu gehen. Dort sahen die zwei Freunde in der Dunkelheit ein großes Motorrad an einem Baum gelehnt. 
Man stellte erstaunt fest, dass im Vorder- und Hinterrad je eine Trommelbremse montiert war.

Es war sehr dunkel und sie zündeten ein Feuerzeug an, um auf dem Tank den Hersteller zu lesen. Auf einem grün-weiß-roten  Emblem las man das Wort "LAVERDA". Die zwei Freunde sahen sich grübelnd an. Nun begannen sie, sich den Motor und die Auspuffanlage zu betrachten. Ein, zwei Endschalldämpfer, ein, zwei, drei verchromte Krümmerrohre zählte man. Das konnte nicht sein.  Mit dem Feuerzeug wurde noch einmal geleuchtet und die Zählung der Auspuffrohre am Zylinder wiederholt. Wahrhaftig: drei Krümmerrohre. Man schüttelte den Kopf. Hatte man zuviel belgischen Jägermeister getrunken? Ein schwieriger Fall am späten kalten Abend. 
Sollte es sich um eine Dreizylindermaschine handeln?

Am anderen Tag fuhren die zwei Freunde auf ihren 450ern die Rennstrecke ab und zwar volles Rohr. Da wurden die beiden plötzlich von einem laut dröhnenden Gewitter überholt. 
Ihre Tachos zeigten so um die 180 an, aber sie dachten sie ständen. Mit einem fürchterlichen Donner zog das Gewitter an ihnen vorbei und verschwand in der Ferne. 
Ein belgisches Kennzeichen und zwei Endschalldämpfer waren gerade noch so zu erkennen
...

Zu Hause angekommen studierten sie den neuesten Motorradkatalog und fanden die italienische Marke LAVERDA, 3 Zylinder, 1000ccm und 78 PS. 
Angegebene Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, und das mit Trommelbremsen!

Zwei Monate später hatte mein Freund Ricki eine fast neue Tausender Laverda in seiner Garage stehen.

 

 Unser Freund Ricki ist im Jahre 1995 leider viel zu früh verstorben          

 

Meine Honda verkaufte ich aufgrund chronischen Geldmangels vor der Bundeswehrzeit. 
Danach war ich sehr vernünftig und kaufte mir eine BMW, eine R 75/5.

 

 Theo in stürmischen Jahren

 

Da ich mit dieser Maschine im Freundeskreis leistungsmäßig weit unterlegen war (man fuhr Laverda, Münch, Norton, Scheibel - Honda), legte ich mir 1977 eine Laverda 750 SF 2  zu, die von den Kling`s aus Erlensee stammte. 
Ein Jahr später hatte ich dann auch eine Tausender Laverda, die ich noch heute besitze.

 Nun fuhr man nicht nur Motorrad, sondern man traf sich auch in Kneipen. Hier wurde so ungefähr 1976 in Erlensee die Bierkneipe "RELAX" entdeckt und sie wurde weit über 10 Jahre unsere Stammkneipe. In dieser Zeit lernten Ricki ( Fanka ) und ich den Morini-Fahrer Alexander Steinbrück, auch genannt Schleckes oder Morini kennen sowie Rolf und Willi Steinbrecher (1000er Laverda). 


 

 Kleine Einlage von Thomas in Opatija

 

Unser langjähriger Freund Thomas hatte mittlerweile seine Japanerzeit beendet und glänzte mit einer Edel-Le Mans, ebenso Erika und Guido. 
Somit war in Erlensee ein hochkarätiges Italienerteam vertreten. 

Die Jahre gingen ins Land und teilweise verkauften meine Freunde ihre Maschinen -zum Teil in Erlensee- an die nachfolgende Generation. Die hatte unser Treiben im Relax in ihrer Jugendzeit mit großen Augen beobachtet und waren von den wunderschönen, schnellen italienischen Maschinen begeistert. Hier sind besonders Norbert, Udo und Frank, EL (Ralf), Pit und Robert zu erwähnen.

So geschah es, dass man 1989 zum Italienertreffen nach Ettlingen fuhr. 
Nach der Heimfahrt reifte der Gedanke, selber einen Club zu gründen. 
Es entstand der Name Azzurriclub Erlensee. Es folgte eine Gründungssitzung am 08.09.1989, die mit einem Gründungsprotokoll und einer Satzung belegt ist.
Von der heutigen Besetzung ist Norbert Becker das noch einzige Gründungsmitglied und somit ältestes Mitglied im Verein.
Einen Monat später wurden auch Eva und ich (Christoph) Mitglieder.

Das erste Motorradtreffen fand im August 1992 im Garten von Neidhardts statt, das letzte in diesem Garten 2002 (11 Gartenfeste). 

 Im April 2001 wurde der Azzurri Club Erlensee in das Vereinsregister Hanau mit Gemeinnützigkeit eingetragen unter dem Namen Azzurri Club Erlensee 1989 e.V. 
Das erste Oldtimertreffen fand im Mai 2002 in der Wasserburg in Erlensee statt. 
Seither wiederholt sich diese Veranstaltung jährlich mit großer Beliebtheit.
 Im Jahr 2009 werden wir das 20jährige Bestehen des Azzurriclubs in Verbindung mit dem jährlichen Motorrad-Oldtimer-Treffen in der Wasserburg feiern.

Theo